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Der junge Franz kehrt wegen der Blaskapelle nach langer Zeit wieder in sein Heimatdorf Klein-Reibach zurück. Das große Jubiläumsfest steht bevor. Doch erschüttert muss er feststellen, dass sein Heimatort durch einen Riss im alten, maroden Staudamm bedroht wird. Um das Dorf zu retten muss Franz sich gegen die Bewohner stellen, die von der drohenden Gefahr nichts wissen wollen. Ein Drama in drei Akten.

Nach mir die Sintflut ist kein klassischer Film. Es gibt kaum Schnitte, keine Nahaufnahmen, keine Action-Szenen. In Anlehnung an die Form des Bauerntheaters versucht die filmisch-theatrale Parabel das Dilemma der Menschen in wenigen statischen Kompositionen zu verhandeln. Kühl und distanziert blickt die Kamera auf die Figuren, die – hölzern und lethargisch – wie auf kleinen Bühnen agieren. Die Menschen werden verfremdet: Es geht diesem Anti-Heimatfilm nicht um die Kino-typische Dramatisierung einer Story zur Emotionalisierung eines Themas, sondern um Reflexion eines Abstrakten Sachverhaltes in der epischen Verfremdung. Gleichzeitig ist Nach mir die Sintflut auch ein Anti-Katastrophenfilm: Bewusst wurden etwa sämtliche Spezialeffekte manuell gebaut – es gibt keine computergenerierten Animationen. Für das Schlussbild wurde am Ende sogar ein 3m breites und 1m hohes Modell einer Staumauer aus Beton gebaut, durch das eine mühsam errichtete Miniatur von Klein-Reibach mit 2,5t Wasser geflutet wurde. Es ging darum, die Zerstörung der Welt im Film vorweg zu nehmen. Immer im Bewusstsein: Am Ende kann man mit Kunst vielleicht doch nichts bewirken. Niemand wird wegen eines Films sein Leben umstellen. Und so bleibt das gesamte, energieaufwändige (alleine 1400€ für Treibstoff!) Unterfangen der Filmherstellung ein sinnloses Sich-an-der-Welt-abarbeiten. Für das Klima wäre es sicher besser gewesen, keinen Film zu machen. Und damit wäre das Dilemma des Mensch-Seins schon ganz gut beschrieben. Hoffen wir mit Blick auf die Zukunft also das Beste - the show must go on.

Format: Kurzfilm

Dauer: 19:03 min. Jahr: D. 2019

Mit:
Thomas Kramer, Sophie Hutter,
Markus Fennert, Elke Wieditz, u.a.

Drehbuch & Regie: Christoph Hertel

Kamera: Alex Graeff, Julius Boehm
Musik: Vincent Hammel
Kostüm: Elke Hepach
Szenenbild: Frank Zigan, Klara Kolmar,
Daniel Turk
Schnitt & Compositing: Christoph Hertel

Gedreht auf: Blackmagicdesign Production 4K
Bildformat: Farbe, 1,85:1 (DCI Full Comtainer)